Braucht ein Hund innerartliche Kontakt sprich mit anderen Hunden?

Wenn ja ist es egal zu welchen Hunden, sei es als Zweit-/Dritthund oder bei Spaziergängen oder auf dem Hundefreilauf?

Oder reicht es wenn er Sozialkontakte zu Menschen hat?

 

Eine solche Frage ist nicht pauschal zu beantworten. Es kommt immer sehr individuell auf den jeweiligen Hund an. Grundsätzlich ist es so, dass innerartliche und ausgesuchte Sozialkontakte positiv und sinnvoll sind. Zu beachten ist natürlich, dass nicht jeder Hund zu jedem anderen Hund passt und sie sich, im wahrsten Sinn des Wortes, auch nicht immer riechen können.
Es gibt Hunde, die brauchen für ihr Wohlbefinden und Ausgeglichenheit regelmäßig Sozialkontakte zu anderen Hunden, es gibt aber auch Hunde, die sich z.B. als Zweithund bei ihren Menschen nicht wirklich wohl fühlen, beim Sparziergang auch nicht wirklich andere Hunde kennen lernen wollen und am liebsten alleine mit und bei ihren Menschen sind.

Trotzdem sollten auch solche Hunde hin und wie innerartlichen Sozialkontakt, sprich zu anderen Hunden haben. Jedoch sollte man den/die anderen Hunde gezielt auswählen. Man wird sehen, wie sich der eigene Hund mit dem/den Anderen verträgt und verhält.

Grundsätzlich ist jedoch zu beachten, dass ein Hund ein hoch soziales Rudeltier ist und somit soziale Kontakte benötigt, sei es zu seinen Menschen aber auch zu anderen Hunden. D.h. aber nicht unbedingt, dass sich jeder Hund mit jedem anderen Hund versteht oder spielt.

Das ist ja bei uns Menschen auch nicht der Fall. Oder gehen Sie in die Stadt und umarmen irgendwelche fremden Menschen, ohne dass Sie hierzu eingeladen werden und diesen Menschen schon lange kennen und sich gut mit ihm verstehen?!
Falls Sie so etwas doch bei Fremden machen würden, wäre sicherlich die Reaktion darauf meistens nicht sehr positiv, eher genau das Gegenteil.J
Als verlangen Sie es bitte auch nicht von Ihrem Hund, nur weil Sie möchten, dass er Kontakt hat oder spielen soll!

Ein sozialer Kontakt zu einem anderen Hund kann auch nur dessen Anwesenheit sein, ohne Action, Spiel und direkten Körperkontakten. Auch dann funktioniert die innerartlich „Unterhaltung“, das Kennen lernen und das Beobachten. Die gesunde Mischung in Abhängigkeit von seinem Hund und dessen Bedürfnis ist wohl das Richtige.

Zwingen sie niemals ihren Hund zu innerartlichen direkten Kontakten, wenn sie merken, dass ihr Hund kein Interesse daran zeigt. Dies drückt sich durch sein offensichtliches Verhalten aus. Er bleibt bei ihnen, zeigt offensichtliches Abwehrverhalten, Knurren, Lefzen ziehen, er geht in unterwürfige eher ängstliche Körperstellung, sucht „Schutz“ bei Ihnen,  u.s.w.
Hören sie auf Ihr Bauchgefühl und folgen sie der bewussten Beobachtung Ihres Hundes.

Denken Sie bitte auch daran, dass jeder Hund einen Individualabstand hat. Wird dieser Abstand durch andere vor allem fremde Hunde, aber auch oftmals durch andere fremde Menschen, nicht eingehalten, wird sich Ihr Hund unwohl fühlen und es auch deutlich zeigen. Solch ein Individualabstand ist sehr unterschiedlich von der Entfernung und richtet sich nach Ihrem Hund. Man kann diesen nicht allgemein gültig in einen bestimmten Umkreis messen.

Ein gutes und klassisches Beispiel hierfür ist:
Sie gehen mit Ihrem Hund an der Leine. Ihr Hund läuft z.B. auf der rechten Seite. Ihnen kommt ein anderes Hund-Mensch-Team entgegen. Deren Hund läuft auf der gleichen Seite wie Ihr Hund.
Während Sie sich nähern, merken Sie wie Ihr Hund versucht die Seite zu wechseln, in diesem Fall auf die linke Seite.
Falls Sie keine Möglichkeit haben, entsprechend weiter nach links auszuweichen, so lassen Sie es bitte zu, dass Ihr Hund auf die linke Seite möchte.
Dieses Verhalten hat vor allem zwei Gründe.
Zum einen ist es ein Verhalten des richtigen und höflichen Benehmens von Ihrem Hund gegenüber dem anderen Hund (Sozialverhalten) und als zweites zeigt dieses Verhalten, dass Ihr Hund seinen Individualabstand versucht aufzubauen.
Falls ein Ausweichen nicht möglich ist und auch ein Seitenwechsel nicht ohne weiteres möglich ist, so bleiben sie stehen und bringen ihren Hund in das „Sitz“.
Stellen Sie sich so hin, dass Sie zwischen Ihrem und den anderen Hund stehen. Kommunizieren Sie bitte vorher mit dem anderen Hund-Mensch-Team, wer stehen bleibt und wer vorbei geht.

Grundsätzlich gilt jedoch immer: Nie direkten Kontakt zu anderen fremden Hunden, wenn die Hunde an der Leine sind. Ein absolutes NO-GO !!

Auch miteinander reden und Vorgehensweisen klären hilft immer. Wer miteinander redet hat mehr vom Leben

© Andreas Schmitt –  Hund-Beziehung-Mensch.de

 

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