Die Angelegenheit mit dem Grenzen setzen bei einem Hund

Dieses Thema spaltet die Hundeszene und es wird sehr oft falsch gedeutet und auch durch Unwissenheit und falsch gelebten Verständnis für unsere Hunde verteufelt.
Für ein gemeinsames Zusammenleben mit unseren Hunden, ist es erforderlich unseren Hunden auch ihre Grenzen aufzuzeigen und die entsprechenden Regeln für das Zusammenleben zu klären.
Anmerkung eine feste Regel bedarf immer und automatisch auch einer Grenze um diese Regel einhalten zu können. Sonst wäre es keine Regel!
Diese Grenzen bei ihrem Verhalten müssen durch uns festgelegt, den Hunden aufgezeigt und wenn erforderlich durch uns die Einhaltung abverlangt werden.
Auch in unserer menschlichen Gesellschaft und Zusammenleben geht es nicht ohne Regeln und somit nicht ohne daraus folgende Grenzen.
Es ist natürlich selbstredend, dass solche Grenzen und die damit ggf. erforderlichen Maßregelungen tierschutzkonform sind und auch dem Hund wenn sie körperlich ausgeführt werden, weder Verletzungen, Schmerzen noch Angst zufügen. Auch ist es überhaupt nicht das Ziel und auch nicht sinnvoll, zu versuchen, über Maßreglung zu erziehen und ausschließlich damit ein unerwünschtes Verhalten zu eleminieren bzw. richtiges Verhalten zu generieren.
Eine Maßregelung ist in der Erziehung mit unseren Hunden, ein Mittel, welches man einsetzen kann, manchmal auch einsetzen muss,  nachdem man bereits bei seinem Hund alle zur Verfügung stehenden Alternativen für ein richtiges Verhalten ausgeschöpft hat.
Ein Hund wird eine körperliche Maßregelung nur annehmen, wenn er grundsätzlich seinen Menschen als kompetente Führungspersönlichkeit akzeptiert und somit auch eine stimmige Bindung aus Hundesicht vorhanden ist. Sofern diese stimmige Bindung nicht gegeben ist, wird der Hund auch keine Maßregelung annehmen. Daraus folgt, dass erst eine zwischen Hund und Mensch stimmige Bindung und Beziehung aufgebaut werden muss und vorhanden ist.
Bei einer solchen Maßregelung geht es weder um spezielle Techniken, Griffe oder die Stärke der körperlichen Einflussnahme. Vielmehr geht es um den Willen und die richtige Energie, die der Hundehalter an seinen Hund im Moment der Maßregelung weiter leitet. So lange diese Energie, dieser Wille und das richtige Gefühl beim Hundehalter nicht vorhanden ist, er gefühlsmäßige Blockaden hat, so lange wird eine artgerechte Maßregelung keine Wirkung zeigen. Aus diesem Grund werden und können hier keine Formen der Maßregelung und deren richtige Anwendung pauschalisiert erklärt werden.
Grundsätzlich gilt, dass eine erforderliche Maßregelung immer das letzte Mittel ist, wenn alle anderen Wege zur Verhaltensänderung ausgeschöpft sind. Eine Maßreglung muss immer situationsabhängig und auch Hund abhängig erfolgen. Es gibt hierfür keine pauschale Aussage/Bedienungsanleitung, wann und wie einem Hund körperlich eine Grenze gesetzt wird. Anderes als  in der Kindererziehung, wo man für ein Fehlverhalten einem Kind z.B. Hausarrest geben kann, ist es aus Hundesicht kein Aufzeigen von Fehlverhalten, wenn man ihn z.B. kommentarlos an die Leine nimmt. Hunde zeigen innerartlich ein Fehlverhalten klar, deutlich und wenn notwendig mit körperlichen Einsatz auf, ohne dabei eventuell ein schlechtes Gewissen zu haben. Falls aus Hundesicht notwendig, wird zu Klärung so gehandelt. Wenn der Hundehalter mit seinem Hund eine stimmige Bindung hat, intuitiv, situationsabhängig und fair handelt, wird kein Hund wegen einer körperlichen Maßregelung handscheu oder bekommt Angst vor seinem Menschen.
Eine Art antiautoritäre Erziehung funktioniert bei einem Hund einfach nicht. Ein Hund will klare für ihn verständliche Führung und Regeln durch seinen Menschen haben. Dies gibt ihm die notwendige Sicherheit im täglichen Zusammenleben mit uns und in unserer Gesellschaft. All dies hat weder etwas mit Macht noch etwas mit Härte oder sogar Gewalt zu tun.
Es ist einfach Ehrlichkeit, Klarheit, Konsequenz, Grenzen setzen und Belohnung. Leider werden diese Attribute in unserer menschlichen Gesellschaft heutzutage bereits oftmals schon als Härte und unpopulär angesehen, dabei geht es hier ausschließlich um gelebte Kompetenz, aus Sicht des Hundes, durch seinen Halter. Unsere Hunde leben diese Attribute und spielen uns, anders wie wir Menschen untereinander, nichts vor und verstellen sich auch nicht. Aus diesem Grund möchten sie auch von uns so offen und ehrlich behandelt werden.
Übrigens gilt diese Ehrlichkeit und Natürlichkeit auch für ein Lob dem Hund gegenüber. Wenn ich den Hund lobe, dann soll und muss dieses Lob auch ehrlich sein und für eine gute und besondere Leistung, die mein Hund für mich erbracht hat, erfolgen. Dies alles ist nicht schwer, wenn man mehr auf ein natürlichen Umgang und sein Gefühl achtet, als immer den neusten und populärsten Erziehungs- und Trainingsmethoden nachzulaufen.

©Andreas Schmitt – Hund-Beziehung-Mensch.de

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