Wieviel Freilauf benötigt ein Hund?

Braucht ein Hund Freilauf?

Wenn ja, wie viel und was ist eigentlich Freilauf, oder will er gar nicht unbedingt Freilauf?

Diese Fragen kann man leicht und direkt beantworten:

Ein Hund braucht den richtigen Freilauf in angepasster Form und Menge!

Aber auch hier sollte die Form und Menge sehr individuell auf den jeweiligen Hund zugeschnitten und angepasst sein.
Hier spielen außer dem individuellen Charakter und Bedürfnis u.a. Rasse, Größe und Alter eine Rolle.

Aufgrund der Ausführungen von Dr. Udo Gansloser ist grundsätzlich eine richtige und angepasste  Bewegung und körperliche Auslastung 2-3 x die Woche für ca. jeweils 20-30 Minuten ausreichend und erforderlich. (durchschnittlicher Richtwert für einen Familienhund)

Dies bezieht sich nicht für die Bewegung an der Leine, sprich das reine Gassi gehen, oder z.B. bei Fahrrad fahren und joggen. Dies alleine würde aufgrund des eingeschränkten Bewegungsradius und der nur kontinuierlichen gleichförmigen Bewegung eher Erkrankungen wie HD begünstigen.

Einen ganzheitlichen Bewegungsradius nutzt der Hund nur bei häufigen Richtungswechseln, Drehungen und Sprints, wie es z.B. im Spiel und mit anderen Hunden passiert. Bitte achten Sie aber darauf, dass gerade beim Spiel mit anderen Hunden, die Aktionen immer wechselnd von beiden/allen Hunden ausgehen sollten. Ansonsten kann aus dem vermeintlichen Spiel sehr schnell eher ein Mobbing entstehen.

Hier eignet sich in der Regel auch eine möglichst durch hundeerfahrene Personen geführte Hundefreilaufwiese, wo sich Ihr Hund den passenden „Spiel-und Jagdgefährten“ aussuchen kann.

Jedoch ist immer darauf zu achten, dass diese Bewegungen sinnvoll dem Alter und Gesundheitszustand des Hundes, durch den Halter und/oder der Aufsichtsperson angepasst gesteuert werden.

Von seiner Natur her kann man grundsätzlich folgende Aufteilung des Tages bei unseren Hunden annehmen:
50% schlafen/dösen die Hunde,
25% liegen sie rum und wachen/beobachten aktiv und
25% bleiben für alles andere, wie z.B. Fressen, Gassi gehen, Spielen, Kuscheln, Training.

Daraus ergibt sich leider, dass viel zu viel Hunde, viel zu viel Training, Auslauf und Sport haben. Dies führt dann oftmals zu Hunden, die überdreht sind und die den „Bewegungsdrang“ einfach durch ihre Menschen „angezüchtet“ bekommen haben.

Auch hier wieder ist es einfach wichtig, die individuellen Bedürfnisse seines Hundes zu kennen, zu berücksichtigen und zu beachten.
Es geht nicht darum, was der Hundehalter gerne möchte, welche Beschäftigungsaktivitäten er anstrebt, oder was gerade „schick und in“ ist.

Auch Aussagen über Beschäftigungsprogramme die speziell für bestimmte Rassen „unbedingt“ gemacht werden müssen, sind oftmals eher mit Vorsicht zu genießen und treffen oft nicht auf den jeweiligen Hund zu, bzw. werden falsch verstanden.
Folge daraus ist nicht selten ein Hund, der es kaum oder gar nicht mehr schafft von selbst in einen Entspannungsmodus zu kommen.
Die Problematik dabei ist, dass diesen Hundehaltern dann noch dazu geraten wird, ihren Hund noch mehr körperlich auszulasten und zu beschäftigen. Erreicht wird genau das Gegenteil. Der Hundehalter befindet sich mit seinem Hund in einem „Teufelskreislauf“

Merke: Es geht immer und nur darum, was am sinnvollsten für den jeweiligen individuellen Hund ist, losgelöst von Rassen, vorherrschenden Meinungen und aktuellen Trends.

Mit freundlicher Genehmigung ©Andreas Schmitt – Hund-Beziehung-Mensch.de

Eine Idee zu “Wieviel Freilauf benötigt ein Hund?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.